Heute war mal wieder eine BLockvorlesung Production and Supply-Chain Management. Von 8:30 bis 19:30. Mal abgesehen von der Tatsache, dass 11 Stunden Vorlesun, selbst mit Pausen didaktisch ABSOLUT hirnverbrannnt ist, war die ganze Veranstaltung mal wieder eine Farce:
Das Skript ist knapp 1200 Seiten dick, und die Folien voller Text, teilweise völlig übeflüssig, sich wiederholend. Dass der Hörsaal auch noch hoffnungslos überfüllt ist, trägt nicht gerade zu einer positiven Lernatmosphäre bei.
Normalerweise besuche ich solche Blockvorlesungen aus Prizip nicht, da man aus den Skripten viel besser lernt. Da es aber eine Zusatzleistung gibt, die auch Punkte für die Prüfung gibt, fertigen nun 500 Studenten in 162 Teams beinahe identische Powerpoint-Präsentationen an. Allerdings bekommt nur der die Punkte, der auch anwesend ist. Weil aber praktische alle, selbst 4 französische Ausstauschstudenten, die Arbeit anfertigen, ergo die Vorlesung besuchen, ohne das zu wollen, ist die Arbeitsmoral faktisch im Keller.
Leider ist der Dozent, ein arroganter, zur Cholerik neigender alter Prof und so hat er uns diese Vorlesung dreimal angeschrien wir sollen leise sein, eine Studentin des Raumes verwiesen und es bei einer weiteren versucht. Natürlich sollen Studenten dem Dozenten einen gewissen Respekt entgegenbringen und sich ruhig verhalten, aber unter den oben beschriebenen Bedingungen ist das halt für Erstsemestler zwischen 18 und 22 Jahren nicht gerade einfach.
Anstatt also das Leid zu verkürzen, die Sonderleistungen an den Anfang zu stellen, damit alle gehen können, die nicht wollen und alle zuhören wollen, die es interessiert, wurden die Leistungen schön über den Tag verteilt, ohne vorher informiert zu haben, besser gesagt: Vorher den Termin auf 9:30 gesetzt zu haben.
Und was folgt daraus. Studenten sollten an der Universität Eigenständigkeit, Selbstverantwortung und natürlich Fachwissen lernen. Aber wir werden durch solche Aktionen zu Obrigkeitshörigen, kleinlauten Auswendiglernern erzogen.
Kein Wunder dass die Unis brennen….
