Verfasst von: manfredthurm | Juni 24, 2009

Die Angst eines Studenten

Heute war ich auf dem Forum Maximilianeum. Als es an die drei Schlussfragen der Studenten ging, kam folgende Frage/Aussage auf:

„Wenn sich der demografische Wandel fortsetzt wie bisher, dann wird es bald mehr Empfänger von Sozialleistungen (also Rentner und Arbeitslose) als Zahler von Steuern geben. Doch Wahlrecht haben beide Gruppen, wodurch die Stimmgewalt ja vornehmlich bei den empfangenden Bevölkerungsschichten liegt. Ich habe daher vor allem Angst, dass sich dies zu Lasten derjenigen entwickelt, die diese Gesellschaft stützen sollen, wenn die, durch die Mehrheit gewählten, Vertreter anfangen z.B. die Renten zu erhöhen, zu Kosten der Minderheit der Einzahler.“

Eine berechtigte Angst? Die Zahlen sprechen in meinen Augen eine andere Sprache: momentan leben in Deutschland 49,8 Millionen(61%) 20 bis 64 Jährige und  16,9 Millionen (21%) über 65 Jährige, also Rentner. das Verhältnis der Bevölkerungsgruppen ist also 3:1. Laut Statistischem Bundesamt sollen 2050, wenn ich kurz vorm Eintritt ins Rentenalter stehe 35,5 Millionen 20-65 Jährige und 22,9 Millionen ü65 in Deutschland leben. Mit Anteilen an der gesamtbevölkerung von 52% und 33%. Das Verhältnis hat sich bis dahin also halbiert!

Muss sich die heranwachsende Jugend deshalb jedoch Sorgen machen, dass ihnen die alten Säcke alles Erarbeitete wegnehmen? Wenn sie ihr demokratisches recht wahrnimmt und wählen geht, wird auch sie immer noch die stärkste Macht im Staat sein, und braucht sich nicht zu sorgen. Außerdem wird ihre Stellung durch die veränderte Bevölkerunsstruktur eher gestärkt:

Ihre wenigen Schultern müssen die gesamte Last von Billionen angehäufter Schulden, stetig gefordertem Wachstum und immer mehr Leistungsempfängern tragen.

Nicht ohne Grund meinte Friedrich Merz zu dieser Frage, dass es in Zukunft nur unwahrscheinlich zum Konflikt zwischen Jung und alt kommen wird, sondern dass es wie immer beim Alten bleibt: Dem Kampf zwischen Arm und Reich.


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