Im kriegszerstörten Deutschland wurden unsere Großeltern geboren. Es gab nicht viel, aber genug, hungern mussten meine Großeltern nie. Es gab zwar nicht jeden Tag Tiefkühlpizza, aber Kartoffeln mit Quark sind ja auch nicht so schlimm. Es gab, auf beiden Seiten klare Perspektiven: Die auf der anderen Seite, der Grenze/Mauer haben die falsche Doktrin, also geben wir alle unser bestes, dann zeigen wir Denen, der Sozia/-kapitalismus ist der beste. Also Deutschland wieder aufgebaut, neues Geld gedruckt und mit dem Käfer/Trabi an die Costa Brava oder an den Plattensee.

Unsere Eltern hatten ja damit optimale Bedingungen: Neues Land, neue Schulen, neue Lehrer, kein Krieg, nur immer schöne Lieder singen. Ob nun Vita oder Coca Cola spielt da keine Rolle, die vom Klassenfeind war eh nicht so lecker, und Bananen sind nun auch nicht so lecker, als dass sich das anstehen dafür gelohnt hätte. Im Westen, wie im Osten also eine neue Generation herangewachsen, frei von Krieg, voll mit Kaltem. Aber Arbeit und Wohnung gab es ja für fast alle, also kein Grund zur Sorge.

Wir, vor allem die „Ostkinder“ meiner Generation, hatten es trotzdem am besten: Endlich Pampers für alle, Farbfernsehr, Internet, Playstation und Mikrowelle. Ein Paradies für Kinder! Wozu wie unsere Eltern noch im Dreck spielen, Sandburgen bauen und Fahrrad durch die Felder fahren, wenn man mit Sims schon eine Familie gründen kann oder sich bei WoW durch die Landschaft metzteln kann? Schule, Studium, Ausbildung? Schön und gut, wenn´s klappt, aber im Zweifel gibts Harz4! Sind doch tolle Aussichten?!
Oder nicht?
Wenn unsere Groß- und Eltern Kinder in die Welt gesetzt haben, war klar, die kriegen nen Job und ne Ausbildung. Aber wenn ich mir die Nachrichten dieser Tage ansehe, habe ich Zweifel, ob es Sinn macht noch Kinder zu bekommen: Überall Pleiten bei großen Unternehmen, Aktiencrashs in immer kürzeren Abständen, Klimakatastrophe in Sicht und keine Kursänderung, Atommacht Korea und Iran, Terror,…. Kommt es mir nur so vor, oder ist unsere Welt ein wenig unsicherer und gefährlicher geworden?

Meine Kinder werden in ein Land geboren, dass über 1,6 Mrd. Euro Schulden hat, viel mehr als 1.613.454.023.335 Euro, als ich diesen Artikel schreibe. Sie landen in einer Welt in der die Temperatur um 3°C höher ist als heute. In der mehr als 56 Millionen Kraftfahrzeuge über die Straßen fahren und Milliarden Liter Benzin verbrauchen. Sie werden Teil einer Gesellschaft sein, die immer älter und älter wird, in der wenig Arbeiter viele Rentner ernähren müssen, in der Kinder- und Altersarmut immer weiter zunimmt und die berühmte Schere zwischen reich und arm immer mehr zunimmt.

Nur scheinbar ändern will es keiner. Rentner sind bald nicht mehr da, Politiker bekommen von meinen ungeborenenen Kindern keine Stimmen, Firmen verkaufen an sie keine Waren und ihre Eltern haben mit sich genug zu tun.
Mal sehen wo das hinführt.