Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. 27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.
Mose 1,26-27
Mit welch besseren Legitimation als dieser konnte der Mensch ausgestatten sein, als er um die Zeitenwende immer mehr begann die Erde und ihre Kreaturen zu unterjochen? Schließlich sollen ihm nach Gottes Willen alle Tiere gehorchen und kommt dies nicht gottgleicher Macht nahe? Was aber ist mit der Natur: Mit den Pflanzen, endlosen Weiten der Prärie oder den tiefen Wäldern, die einst die Kontinente bedeckten? Was ist mit der unbelebten Natur? Den reißenden Flüssen, dem tobenden Wind, den schier unendlich hohen Bergen? Hat Gott uns auch die Macht über diese Dinge, die er geschaffen hat, gegeben?
Scheinbar hat er uns doch weniger gleich, als vielmehr eine Art Bruchteil seiner selbst geschaffen. So wie der Mensch künstliche Intelligenzen schafft, die aber nicht seine kompletten Fähigkeiten besitzen.
Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist.
Mose 3.22
War dies etwa der entscheidende Schritt? Zu erkennen was Gut ist und was Böse, machte den Menschen gottgleich? Fehlt ihm nicht noch die Allmacht Gottes und dessen Unsterblichkeit? Aber wie soll er die Allmacht je erreichen? Und wie die Unsterblichkeit? Wo doch der Weg zum Paradies und somit zum Baum des Lebens auf immer von den Cherubim versperrt ist?
Demnach ist der Mensch noch immer nicht gottgleich, sondern nur ein besserer Ableger. Ausgstattet mit der Weisheit Gottes über Gut und Böse zu befinden. Aber unfähig Unsterblichkeit und Allmacht zu erlangen.
Ist dies nun das Ende der Göttlichkeit des Menschen oder erst der Anfang?
Uns ist das Wissen um so vieles gegeben und die Weisheit noch mehr Wissen zu erlangen und einzuordnen. Zwar besitzen wir nicht so viel Macht wie Gott. Wir können weder Berge versetzten, noch die Fluten der Meere stoppen.
Aber ist uns nicht genug Macht gegeben eine Menge zu beeinflussen? Haben wir nicht längst bewiesen, dass wir in der Lage sind jene Macht sogar zu nutzen? Haben wir nicht Dämme gebaut, die uns vor den herraufziehenden Sturmfluten schützen, himmelhohe Türme gebaut,dem Himmel so nah zu sein? Wälder abgeholzt und Bäume gepflanzt, sogar Löcher in die Erde gegraben, tiefer als die höchsten Häuser?
Ist das nicht auch eine Art von Allmacht? Die Macht die Erde so gut wir können zu verändern. Oder besser: So schlecht wie möglich?
Denn obwohl wir glauben zu wissen was gut und böse ist, scheint die Menschheit nicht in der Lage zu sein nur gutes zu tun. Falls dies überhaupt möglich ist.
Es könnte aber auch sein, dass dies die letzt große Prüfung Gottes ist. Den Mensch zu testen, ob er in der Lage ist seinen Platz als allmächtiges Wesen zu übernehmen, um sich irgendwann seinen verdienten Ruhestand zu gönnen.
„Gottes Wege sind unergründlich“
