Verfasst von: manfredthurm | Juni 24, 2009

Die Angst eines Studenten

Heute war ich auf dem Forum Maximilianeum. Als es an die drei Schlussfragen der Studenten ging, kam folgende Frage/Aussage auf:

“Wenn sich der demografische Wandel fortsetzt wie bisher, dann wird es bald mehr Empfänger von Sozialleistungen (also Rentner und Arbeitslose) als Zahler von Steuern geben. Doch Wahlrecht haben beide Gruppen, wodurch die Stimmgewalt ja vornehmlich bei den empfangenden Bevölkerungsschichten liegt. Ich habe daher vor allem Angst, dass sich dies zu Lasten derjenigen entwickelt, die diese Gesellschaft stützen sollen, wenn die, durch die Mehrheit gewählten, Vertreter anfangen z.B. die Renten zu erhöhen, zu Kosten der Minderheit der Einzahler.”

Eine berechtigte Angst? Die Zahlen sprechen in meinen Augen eine andere Sprache: momentan leben in Deutschland 49,8 Millionen(61%) 20 bis 64 Jährige und  16,9 Millionen (21%) über 65 Jährige, also Rentner. das Verhältnis der Bevölkerungsgruppen ist also 3:1. Laut Statistischem Bundesamt sollen 2050, wenn ich kurz vorm Eintritt ins Rentenalter stehe 35,5 Millionen 20-65 Jährige und 22,9 Millionen ü65 in Deutschland leben. Mit Anteilen an der gesamtbevölkerung von 52% und 33%. Das Verhältnis hat sich bis dahin also halbiert!

Muss sich die heranwachsende Jugend deshalb jedoch Sorgen machen, dass ihnen die alten Säcke alles Erarbeitete wegnehmen? Wenn sie ihr demokratisches recht wahrnimmt und wählen geht, wird auch sie immer noch die stärkste Macht im Staat sein, und braucht sich nicht zu sorgen. Außerdem wird ihre Stellung durch die veränderte Bevölkerunsstruktur eher gestärkt:

Ihre wenigen Schultern müssen die gesamte Last von Billionen angehäufter Schulden, stetig gefordertem Wachstum und immer mehr Leistungsempfängern tragen.

Nicht ohne Grund meinte Friedrich Merz zu dieser Frage, dass es in Zukunft nur unwahrscheinlich zum Konflikt zwischen Jung und alt kommen wird, sondern dass es wie immer beim Alten bleibt: Dem Kampf zwischen Arm und Reich.

Verfasst von: manfredthurm | Juni 11, 2009

Lehrer vs. Unternehmer

In einem Unternehmen stehen die Personen an der Spitze, die am besten für diese Position geeignet sind. Überhaupt werden in der freien Wirtschaft Ämter, Posten, Positionen nach Leistungen, Kompetenz und ab und zu auch nach Schleimerei besetzt. Ackermann, Zumwinkel, Mehdorn & Co. sind zwar lebende Beispeile, dass nicht nur Können zu hohen Positionen gehört, sondern auch Korruption und vor allem der Wille Macht zu erlangen und auszuüben.

Trotzdem sind diese Menschen nicht ohne Grund, vor allem nicht ohne Prüfung an diese Positionen gelangt. Egal ob es der Deutsche Bank Aufsichtsratsvorsitzende oder dessen Sekretärin ist. Beide werden hinsichtlich ihrer Eignung für diese Anstellung getestet und ausgewählt.

Warum aber wird eine solche Prüfung nicht auch bei einer viel wichtigeren Position/Berufung, als der Vorsitz der Deutschen Bank, oder Bahn angewendet? Dem Lehrer?

Der Lehrer prägt, bildet, oder auch nicht, und bestimmt im großen Maße über die Fähigkeiten, die Psyche und die Zukunft seiner Schüler. Also von mir, meinen Freunden, und unseren Kindern, dem wichtigsten Gut unserer Gesellschaft.

Trotzdem werden an Lehrer, und solche die es werden wollen, kaum Anforderungen gestellt.

Na klar, sie müssen die Universitätsprüfngen ihrer Fächer bestehen, aber das ist mit ner Portion Fleiß und einer 4,0 auch getan.
Logisch, sie müssen auch Pädagogikvorlesungen hören, aber deshalb werden aus ihnen noch lange keine guten Pädagogen.
Ok, sie absolvieren auch Referendariate und werden da geprüft, aber auch dort reicht eine 4,0 und ich habe gesehen welche Leistungen eine 2,5 rechtfertigen können.

Nichtsdestotrotz werden Menschen zu Lehrern “ausgebildet”, die diesen Beruf NIEMALS ausüben sollten, weil sie damit nur Kindern schaden können, ob aus didaktischen, fachlichen oder persönlichen Gründen. Aber es werden immer Lehrer gebraucht, also werden auch schlechte eingestellt, und wirklich entlassen kann man sie auch nicht, sondern sie werden von Schule zu Schule gereicht.
Ich hatte unheimliches Glück mit meinen Lehrern, und hoffe dass dies vielen so geht, aber es wird Zeit, dass nicht mehr jeder Lehrer werden kann. Sondern dass für diesen, einen der wichtigsten Berufe überhaupt, nur wirklich taugliche Personen zugelassen werden!

“Das Schicksal einer Gesellschaft wird dadurch bestimmt, wie sie ihre Lehrer achtet.”
Karl Jaspers

Verfasst von: manfredthurm | Juni 2, 2009

Kinder & so.

Im kriegszerstörten Deutschland wurden unsere Großeltern geboren. Es gab nicht viel, aber genug, hungern mussten meine Großeltern nie. Es gab zwar nicht jeden Tag Tiefkühlpizza, aber Kartoffeln mit Quark sind ja auch nicht so schlimm. Es gab, auf beiden Seiten klare Perspektiven: Die auf der anderen Seite, der Grenze/Mauer haben die falsche Doktrin, also geben wir alle unser bestes, dann zeigen wir Denen, der Sozia/-kapitalismus ist der beste. Also Deutschland wieder aufgebaut, neues Geld gedruckt und mit dem Käfer/Trabi an die Costa Brava oder an den Plattensee.

Karikatur Nachkriegszeit

Unsere Eltern hatten ja damit optimale Bedingungen: Neues Land, neue Schulen, neue Lehrer, kein Krieg, nur immer schöne Lieder singen. Ob nun Vita oder Coca Cola spielt da keine Rolle, die vom Klassenfeind war eh nicht so lecker, und Bananen sind nun auch nicht so lecker, als dass sich das anstehen dafür gelohnt hätte. Im Westen, wie im Osten also eine neue Generation herangewachsen, frei von Krieg, voll mit Kaltem. Aber Arbeit und Wohnung gab es ja für fast alle, also kein Grund zur Sorge.

Wir, vor allem die “Ostkinder” meiner Generation, hatten es trotzdem am besten: Endlich Pampers für alle, Farbfernsehr, Internet, Playstation und Mikrowelle. Ein Paradies für Kinder! Wozu wie unsere Eltern noch im Dreck spielen, Sandburgen bauen und Fahrrad durch die Felder fahren, wenn man mit Sims schon eine Familie gründen kann oder sich bei WoW durch die Landschaft metzteln kann? Schule, Studium, Ausbildung? Schön und gut, wenn´s klappt, aber im Zweifel gibts Harz4! Sind doch tolle Aussichten?!

Oder nicht?

Wenn unsere Groß- und Eltern Kinder in die Welt gesetzt haben, war klar, die kriegen nen Job und ne Ausbildung. Aber wenn ich mir die Nachrichten dieser Tage ansehe, habe ich Zweifel, ob es Sinn macht noch Kinder zu bekommen: Überall Pleiten bei großen Unternehmen, Aktiencrashs in immer kürzeren Abständen, Klimakatastrophe in Sicht und keine Kursänderung, Atommacht Korea und Iran, Terror,…. Kommt es mir nur so vor, oder ist unsere Welt ein wenig unsicherer und gefährlicher geworden?

Meine Kinder werden in ein Land geboren, dass über 1,6 Mrd. Euro Schulden hat, viel mehr als 1.613.454.023.335 Euro, als ich diesen Artikel schreibe. Sie landen in einer Welt in der die Temperatur um 3°C höher ist als heute. In der mehr als 56 Millionen Kraftfahrzeuge über die Straßen fahren und Milliarden Liter Benzin verbrauchen. Sie werden Teil einer Gesellschaft sein, die immer älter und älter wird, in der wenig Arbeiter viele Rentner ernähren müssen, in der Kinder- und Altersarmut immer weiter zunimmt und die berühmte Schere zwischen reich und arm immer mehr zunimmt.

Nur scheinbar ändern will es keiner. Rentner sind bald nicht mehr da, Politiker bekommen von meinen ungeborenenen Kindern keine Stimmen, Firmen verkaufen an sie keine Waren und ihre Eltern haben mit sich genug zu tun.

Mal sehen wo das hinführt.

Verfasst von: manfredthurm | Mai 19, 2009

“Wissen”

Für alle die sich wundern, warum uns bis heute, trotz medialer Apokalypsestimmung, weder ein schwarzes Loch aufgesogen hat, noch Killerviren die Menschheit ausgelöscht haben:

Verfasst von: manfredthurm | Mai 8, 2009

Ramsey – oder warum ich mein Zimmer nicht aufräumen muss.

Ob man daheim, im Hotel Mama, wohnt oder schon ausgezogen ist. Immer wieder kommt es vor, dass jemand meint: “Mensch, räum doch mal dein Zimmer wieder auf!” Vor allem unsere lieben Eltern haben diesen Satz vermutlich mindesten einmal die Woche gebraucht.

Dass vielleicht gar nicht wir Schuld sind an der Unordnung, oder gar nicht so viel Unordnung herrrscht wie allgemein angenommen, scheinen die Erziehungsberechtigten völlig auszublenden.

Doch modellieren wir das Zimmer und seine “Unordnung” zunächst als mathematisches Modell: Offensichtlich ist das Zimmer endlich und die Anzahl der Gegenstände, die herumliegen, sowie deren eigentlicher Lageort (also dort wo sie hingehören) ebenso. Bezeichnen wir nun die Menge aller freibeweglichen Gegenstände (die nicht beweglichen sollten ja sein wo sie hingehören) mit N und die beiden Möglichkeiten, Gegenstand liegt herum, Gegenstand ist aufgeräumt, als Menge M. Klar ist, dass N sehr viele Elemente besitzt, M nur zwei.

Eine Aussage der Ramsey-Theorie, das so genannte Schubfachprinzip sagt nun aus, dass für jede Funktion f: N-> M eine Teilmenge S von N existiert. deren Elementanzahl größer ist als der Quotient aus der Zahl der Gegenstände und zwei. Wobei nun für alle Elemente x aus S f(x)=r gilt, mit r ist Element aus M.

Würde f nun die Funktion sein, die jedem Gegenstand seinen Unordnungszustand zuordnet, könnten man argumentieren, dass jedem Gegenstand der Zustand unaufgeräumt zugeordnet wird, eine Zuordnung, die obigen Satz erfüllt. Also können wir uns mit diesem Prinzip schon mal nicht ums aufräumen drücken.

Allerdings gibt es nun noch den Satz von Ramsey: Dabei betrachten wir nun das Zimmer in seiner Gesamtheit als einen Graphen, also Punkte und Verbindungslinien. Dabei ist jeder Gegenstand mit jedem anderen verbunden (der Graph ist vollständig) und jede Kante (Verbindungslinie) wird entweder rot oder blau eingefärbt.  Ordung zwischen z.B. vier Gegenständen herrscht immer dann, wenn alle Linien zwischen diesen vier Objekten (sechs Stück) die gleiche Farbe haben.

Betrachten wir nun das Zimmer als einen vollständigen Graphen mit n Ecken (also n Gegenstände), dessen Kanten  rot und blau gefärbt wurden. Wenn es r Punkte gibt, so dass alle Kanten zwischen diesen rot sind, so sagen wir, der Graph enthalte einen roten r-Teilgraphen, entsprechend für blaue Teilgraphen. Der Satz von Ramsey lautet dann:

Seien r,b natürliche Zahlen. Jeder hinreichend große vollständige Graph, dessen Kanten rot oder blau gefärbt wurden, enthält einen roten r-Teilgraphen oder einen blauen b-Teilgraphen. Hinreichend groß bedeutet, dass egal, wie ich den Graphen färbe ein roter bzw. blauer Teilgraph entstehen muss, und wenn der Graph auch nur einen Punkt weniger besitzt dies nicht mehr möglich ist.

Interessanterweise gilt dabei, dass die sogeannte Ramseyzahl, also die Mindestanzahl von Knoten(Punkte) eines vollständigen zweifarbig gefärbten Graphen, der einen einfarbigen vollständigen Graphen der Größe k enthält wie folgt beschränkt ist:

Ramseyzahl

Bei 50 aufgeräumten Gegenständen müsste ich also mind. 33,5 Millionen andere Gegenstände unaufgeräumt im Schrank verstecken.

Das heißt also, wenn ich nur genügend Spielzeug, Bücher, Kleinkram, Müll, ….. in meinem Zimmer angesammelt habe, wir sich irgendwann eine Ordnungsstruktur ergeben bzw. sind einige Gegenstände zwangsläufig geordnet.

Sollten eure Eltern, Freunde oder Lebensmenschen demnächst wieder über euro Unordnung meckern, dann argumentiert einfach, dass ihr entweder zu wenig beweglichen Kleinkram besitzt, sie euch also möglichst viel Dinge schenken sollen.

Verfasst von: manfredthurm | Mai 6, 2009

Twittern im SVZ

Nicht genug, dass StudiVZ angelblich bei Faxebook geklaut hat. Nun gibts ab heute eine neue Funktion: Buschfunk, als ob meine Startseite nicht schon genug vollgemüllt ist, von Werbung, Werbung, den Gruscheleien der anderen und im Sommer tausender Geburtstage von Leuten, die man seit einem Jahr nicht mehr gesehen hat.

Dass  Twitter im Kommen ist hat sich anscheinend bei den SVZlern in der Entwicklungsetage rumgesprochen. Aber bevor alle dorthin wechseln und keiner mehr im SVZ abhängt, integrieren wir doch lieber das gesamte Tool, praktischerweise mit der selben Zeichenanzahl!

Aber was bitte nützen mir halbe Gespräche, wenn sich ein Freund und ein Nicht-Freund darüber unterhalten? Und welchen Sinn hat diese Funktion, da ALLE Freunde von mir glleichzeitig angezeigt werden? Null Kontrolle, null Übersicht, NULL INHALT!

Also, bitte bitte, wenn ihr was zu sagen habt, dann twittert richtig, da kann man wenigstens den guten Tweets folgen und die sinnlosen einfach ignorieren! Boykottiert dieses Tool komplett, oder ist es euch noch nicht genug Müll im Netz?

Verfasst von: manfredthurm | April 29, 2009

Mathe ist ein Arschloch

Heißt es immer dann, wenn ein Schüler vor der auf eine Mathematikaufgabe schaut, wie ein Schwein ins Uhrwerk. Das Gestöhne ist groß, wenn es daran geht Parabeln zentrisch zu strecken, oder Integrale von dreifach verketteten Funktionen zu berechnen. Warum müssen wir sowas lernen? Das hat doch nichts mit der wirklichen Welt zu tun. Zeter und Mordio schreien die geplagten Schüler. Mathelehrer zu sein, ist kein leichter Job.

Selbst an den Universitäten in den Mathematikstudiengängen wird ab und zu über den sich-nicht-lösen-lassen-wollenden Hausaufgaben die Frage der Sinnhaftigkeit laut. Da kommen schon mal Aufgaben à la “Peter möchte Fußball schauen, Petra lieber ins Kino, approximieren sie das Problem mit folgender Funktion … und bestimmen sie den maximal möglichen erfolg der beiden. Mit welcher Strategie sind die beiden erfolgreicher? Vermutlich war sich unser Proff in dieser Woche nicht ganz sicher, was er zum Einjährigen machen sollte. Und wozu soll man schließlich als Erstsemestler beweisen, dass Null mal eine reelle Zahl immer Null ergibt. Ist das nicht offensichtlich und empirisch belegt? Lernen wir das nicht in der Grundschule?

Eben nicht!

Denn die Mathematik ist keine Naturwissenschaft, wie Physik, Chemie, Biologie, …., die auf der Beobachtung und Beschreibung von Prozessen in der Natur beruhen. Sie ist eine Geisteswissenschaft, die sich selbst abstrakte Strukturen aus dem Nichts erschafft, diese beschreibt und untersucht. Darum ist der Beweis, dass Null mal a gleich Null ist, nicht, weil man wenn man nie etwas nimmt nichts hat, sondern weil folgendes gilt (aufgrund diverser Axiome):

formel

Dem Mathematiker fällt also kein Apfel auf den Kopf und überlegt warum dieser Apfel nicht nach oben fliegt, sondern er nimmt eine zuvor geschaffene Struktur und überlegt, was man alles damit anstellen kann. Zum Beispiel nimmt man den Satz des Pythagoras und die natürlichen Zahlen. Mit ein bisschen Überlegen findet man schnell natürliche Zahlen, die die Gleichung a²+b²=c² erfüllen. Dies hat auf den ersten Blick kaum praktischen Nutzen, aber man kann damit sehr einfaach mit primitiven Werkeugen rechte Winkel erzeugen. Dem normalen Durchschnittsgriechen vor über 2000 jahren reichte das aus, ein paar schöne Tempel zu bauen, dem typischen mittelalterlichen Steinmetz für die Errichtung von Kathedralen.

Ihr seht also: Mathe kann einen ziemlich großen praktischen Nutzen haben. Denn nicht nur in jedem Haus, das stabil auf dieser Ered steht, stecken mathematische Formeln, auch in jedem Auto, jedem telefon, jeder großen Firma und vor allem in dem Computer, auf dem du gerade diesen Artikel liest.

Natürlich kann man jetzt argumentieren, dass dies alles Beispiele sind, in denen mathematische Formeln die Chemie, Physik und Informatik unterstützen, und behaupten reine Mathematik habe keine Daseinsberechtigung.

Ich will nicht bestreiten, dass sich deren Nutzen nur für Mathematiker selbst erschließt, für Menschen, die Mathematik der Mathematik willen betreiben, bis zu dem Punkt, an dem ein Physiker kommt und eine geschaffene Formel für sein entdecktes Problem benutzt. Oft ist mathematik ihrer Anwendbarkeit vorraus, so wie philosophische Utopien ihren Zeiten vorraus sind.

Wie wunderschön Mathematik sein kann, und was sie richtige Mathematikern bedeutet zeigt dieser Film

Oder dieses Bild:

Zum Schluss kann ich nur sagen: Für die einen wird Mathe immer ein Arschloch bleiben,für die anderen ihr größte Liebe.

Ihr sagt, er scheint verrückt zu sein -
Das kommt daher, weil die Musik,
zu der er tanzt,
für eure Ohren nicht geschaffen ist.

Rumi, Das Lied der Liebe

Verfasst von: manfredthurm | April 25, 2009

Yes he can

But our media can´t!

Extra3 hat es mit diesem vermeintlichen Wahlkampfauftakt geschafft mal wieder einige Medien an der Nase herumzuführen.

Ich verstehe ja, dass allewelt immer auf dem neuesten Stand sein möchte, und dass (vor allem Internet-) Medien diese nachfrage stillen wollen. Aber ist es wirklich notwendig alles gesehene ungeprüft weiterzuleiten? Da kann man ja gleich stille Post spielen…

Aber vielleicht macht es die nächste Generation Webjournalisten besser

Verfasst von: manfredthurm | April 19, 2009

Sag mir wo die Vorbilder sind.

Im Focus der aktuellen/vergangenen Woche ist das Titelthema “Wir – und ihr”. Der Artikel ist vielleicht keine Journalistische Meisterleistung, aber es ist immer interessant, wie “ältere” Menschen über Jugendliche schreiben. Die Infos sind an sich die gleichen, die momentan in allen Zeitungen über die “90er Generation” geschrieben werden: Mehr Sex, mehr Alkohol, weniger Politik, weniger Rebellion. Ganz groß: Social Network.

Überraschend war einzig die laut diverser Studien steiende Bedeutung von Familie und Freundschaft, sowie Fleiß und Eigenverantwortung bei der Lebensgestaltung.

Richtige Vorbilder haben die Kinder und Jugendlichen von heute aber scheinbar auch nicht mehr. Die deutschen Politiker sind schließlich wenig webaffin oder massenmedientauglich, die Sportler dopen fast alle oder spielen Fußball und die eigenen Eltern kleiden und benehmen sich ja mehr und mehr, als ob sie 20 Jahre jünger wären als sie sind. Wie soll man gegen seine Elterngeneration rebellieren, wenn sie auch bei H&M einkaufen und Jay-Z auf dem I-Pod haben, fragt der Psychologe Stephan Grünwald im Focus. Wie soll man sich daran ein Vorbild nehmen, frage ich, wenn sich unsere Eltern mehr und mehr an uns anpassen: Ü30 Partys, Röhrenjeans bis 40, WoW bis 50?

Vermeintliche Lichtgestalten wie Barack Obama sind seltene Ausnahmen, aber wegen ihm geht nicht plötzlich  die gesamte Wählerschaft unter 25 wählen oder wollen alle Jugendlichen Politiker werden. Es ist mehr die möglichgewordene Unmöglichkeit, dass ein schwarzer Mann Präsident wurde, dass ein Traum Wirklichkeit wurde, der schon so lange geträumt wurde, die uns ein Vorbild sind. Die Träume deutscher Jugendlicher reduzieren sich trotzdem all zu oft auf DSDS oder Harz IV.

Natürlich ist das ein besonderer Härtefall, aber trotzdem keine Ausnahme. Hauptsache ist, dass ein solches Phänomen nicht zum Alltag wird.

Die Frage ist: Brauchen wir denn  überhaupt noch Vorbilder? Lässt es sicht nicht viel leichter ohne sie leben? Einfach in den Tag hinein, mal sehen was draus wird…
Oder fehlt uns dann die Perspektive, die Inspiration, das Ziel, die Vergleichsmöglichkeit? Braucht es ein Vorbild, dem man nacheifert, um dessen Fähigkeiten/Status zu erreichen, wie es eine halbwegs klare Zielstellung braucht, um diese zu erreichen?

Vielleicht muss sich unsere Generation ihre Vorbilder woanders suchen, möglicherweise in ihr selbst. Also halten wir es doch einfach alle wie Humboldt:

Bilde dich selbst, und dann wirke auf andere durch das, was du bist!

Verfasst von: manfredthurm | April 15, 2009

Neue Überschriften und so

Nachdem ich nunmehr 26 mal ein und die selbe Überschrift über meine Artikel geschrieben habe, sonst meinen Blog aber weniger fütterte, gab es berechtigt Kritik von Seiten meiner Freunde und meines Bruders.
Nicht nur deshalb, auch weil es langweilig wird auf Krampf etwas zu schreiben, werde ich mein “Wort zum Montag” einstellen. Stattdessen werde ich immer dann schreiben, wenn ich es gerade für richtig halte. Ich gebe mir dabei natürlich Mühe regelmäßig etwas zu schreiben, einige halbfertige Artikel warten schon darauf.

Eine interessante Idee wäre, den mathematischen Kauderwelsch, den ich an der Uni lerne hier sinnvoll, verständlich und prayisnah aufzubereiten. Schließlich werde ich ja noch immer schief angeschaut, wenn ich sage ich studiere Mathe. Sowas ähnliches wollte ich zwar schon einmal mit meinem Börsen-ABC machen, aber diesmal werde ich mich mehr dahinterklemmen.

Neben dem Blog muss ich wies aussieht auch meine Aktivitäten in München mal wieder in geordnete Bahnen lenken: Nachdem ich mit meinen Semesternoten hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben bin, werde ich wohl ein wenig strukturierter an mein Studium gehen müssen. So ein Stipendium und Auslandsmaster kommen nicht von alleine.

Außerdem bin ich seit Dezember ins Tunier-Tanz-Geschäft eingestiegen und bin seit Januar sogar stolzer Besitzer eines Startbuches. Jetzt muss nur noch das regelmäßige Training Früchte tragen, dann kommen wir auf der Bayrischen Meisterschaft im sommer auch ins Finale. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Irgendwie lastet mich die Uni und das Tanzen aber noch nicht ganz aus. Zu wenig vielseitig, zu wenig neu. Ich glaube ich muss mir eine Beschäftigung suchen, die mich sowohl menschlich als auch fachlich weiterbringt. So wie letztes Jahr der Deutsche Gründerpreis , nur eben in München. Web 2.0 interresiert mich schon sehr, aber zu oft vor dem PC hocken ist auch nicht das wahre. mal schauen wie das Polit-Bar-Camp in Graz im Mai so wird. Mir fehlt momentan nur eine gute Idee, wie ich Politik und Mathematik zu einer spannenden Session verbinden kann. Irgendwelche Ideen?

Neues wird also dieses Semster in hoffentlich rauhen Mengen auf mich zukommen. Die größte Veränderung wird dabei bestimmt meine baldige WG-Gründung mit zwei Kommilitonninen sein. Zwar fehlt es dank des unglaublich hohen Leerstandes in München nicht an WG-tauglichen Wohnung, aber eine U-Bahn nahe Lage findet sich nicht so leicht.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern (so viele, wie das klingt,  sindes  gar nicht) einen wunderschönen Frühlung und Sommer und wie immer freue ich mich auf eure Kommentare.

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